Es weihnachtet … bald

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Ja, die Weihnachtszeit … wie jedes Jahr überrascht sie mich vollkommen (Sonntag ist der erste Advent? Huh, und ich habe noch keinen Adventskranz).
Was mich allerdings nicht überrascht, sind Weihnachtsgeschenküberlegungen. Mit denen trage ich mich schon recht lange herum. Das liegt unter anderem daran, dass die Klabauterkinder beides Herbstkinder sind, und alles, was nicht auf dem Geburtstagstisch landete, wird für Weihnachten in Betracht gezogen.

Aber genau das ist auch immer wieder ein Problem: viele Geschenke in kurzer Zeit. Ich finde ja sowieso, dass unser Kinderzimmer überquillt, und dabei haben die Klabauterkinder sogar weniger Spielsachen als andere in ihrem Alter. Außer uns als Schenkenden kommen immer noch Großeltern, Tanten und Sonstige dazu … allmählich habe ich das Gefühl, es wird einfach zu viel. Manchmal will ich sagen: „Lasst doch die Kinder. Die haben schon alles!“ Aber natürlich geht das auch nicht. Wer will schon an Weihnachten dastehen, und den Kindern erklären müssen, dass es nichts gibt, weil sie ohnehin glücklich sind. Gerade beim Klabauterjungen mit seiner „ich will haben“-Mentalität ist das schwierig.
Also versuchen wir, abzuwägen, wo möglich Vorhandenes zu ergänzen oder etwas ganz Anderes zu bekommen. Etwas, das noch nicht in hundertfacher Ausführung vorliegt. Und natürlich müssen die Regale vorher ausgemistet werden. Spiele fliegen raus, um Platz für Neues zu schaffen. Bücher werden – wenn nicht mehr geliebt – aussortiert.

Trotzdem finde ich es dieses Jahr schwierig. Das Klabautermädchen ist ohnehin schwer zu beschenken. Nicht, dass sie sich nicht über alles freut, aber im Spiel ist sie ziemlich minimalistisch. Ihr Playmobil sieht sie kaum an. Für Rollenspiele nutzt sie Murmeln, Würfel, Schnüre, Perlen. Duplo, Holzeisenbahn, Kaufladen … ist alles eher sekundär. Ihre Liebe sind Bücher und Gesellschaftsspiele. Und gerade davon hat sie zum Geburtstag eine Menge bekommen (auch von ihren eingeladenen Gästen). Noch mehr Lesematerial brauchen wir gerade wirklich nicht, insbesondere, da das Kind ja immer die halbe Stadtbibliothek anschleppt. Zum Geburtstag habe ich ihr Zeit geschenkt. Einen Tag mit Mama im Vergnügungspark Valkenier. Das war das tollste Geschenk von allen. Nimmt keinen Platz weg, und sie erzählt immer noch davon. Aber eine Entsprechung für Weihnachten zu finden, wo eh so viel los ist, und sich alles um Familie und Rumfahren dreht, ist auch schwierig.

Also ging die Suche los, Dinge, die wir noch nicht haben, und die ihr Spaß machen würden. Ihre dritte „Schiene“ ist Bewegung. Sachen, mit denen sie hopsen, klettern, balancieren kann. Klettergerüst und Trampolin stehen natürlich schon. Aber für drinnen … ist noch Spielraum. Also werden es vermutlich Balanciersteine werden. Kann man hoffentlich auch bei miesetem Wetter verwenden und nehmen nicht viel Platz weg. Außerdem wünscht sie sich das Einhorn von ALEKSIO (Hier zu sehen). Ist okay. Zwar sind hier schon ganze Horden von Stofftieren, aber so was Selbstgenähtes ist was Anderes, verstehe ich. Und der Klabauterjunge hat zum Geburtstag ja auch den Drachen bekommen. Und ein Frozen-Puzzle steht bei ihren Wünschen. Ist auch abgesegnet, denn 100-Teile-Puzzle hat sie noch nicht, und ich kann ja ganz viele aussortieren (braucht jemand die alten 3x49er von Ravensburger? Mit den kleineren Teilen).
Dabei bleibt es von uns für die Große. Kein Zusatzschnickschnack. Ich hoffe und bange jedoch vor Großeltern, die teils kein Maß finden. Da meine Eltern getrennt leben, gibt es von der Seite auch schon gleich mal zwei Geschenke. Bis jetzt haben wir sie auf LEGO und Ergänzungen für die Weihnachtskrippe der Kinder runtergehandelt, ich hoffe, es bleibt so.

Klabauterjunge nun … ich könnte ihm ALLES schenken. Er will ganz viele Ritter und Dinosaurier und außerdem noch ein Piratenschiff, ein Prinzessinnenkleid und ein Feuerwehrauto. Mit Drehleiter. (Und ein Pony. Und einen Hund).
Bekommen tut er vermutlich eine Cajon. Er ist musik- und trommelbegeistert. Wir haben es noch nicht. Man kann es auch als Hocker und/oder Aufbewahrungsdingens verwenden. Und, weil er es auch liebt, die Puzzleentsprechung: Frozen in 3×49.

Wir halten uns also zurück. Und doch habe ich Angst vor der Geschenkeflut. Denn die wird es geben. Ich mag niemanden vor den Kopf stoßen. Aber ich frage mich auch: warum müssen unsere Geschwister unseren Kindern was schenken? Ich weiß, wir verstehen uns gut, und sie freuen sich so über unsere Kinder. Aber … ich habe von meinen Onkels und Tanten nie etwas bekommen. Abgesehen von der Konfirmation, wo sie eingeladen waren und zur Taufe.
Und natürlich kann ich nicht an mich halten, und schenke zurück. Dabei … haben die auch schon alles. Dieses Jahr beschränke ich mich wenigstens aufs Klamottennähen. Die stehen nicht unbenutzt in der Gegend rum, und die Kinder haben sich Stoffe und Schnitte selbst ausgesucht.

Ein Gefühl bleibt bei den ganzen Überlegungen: die Kinder bekommen heutzutage einfach viel zu viel. Ich weiß nicht, was man da eigentlich für Erwartungshaltungen provoziert. Manchmal habe ich das Gefühl, die Kids äußern nur einen Wunsch, und gleich springen alle, Eltern, Großeltern, Verwandte, Bekannte, egal. (Ich nehme mich da selbst nicht aus, ich sehe selbst zu oft Sachen, wo ich denke „das ist so toll“). Wo bleibt das Warten? Das sich-Gedulden? Das Sparen auf Eigenes? Was tun wir unseren Kindern da eigentlich an?

Wie geht ihr eigentlich mit der Geschenkesituation um?

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